Bevölkerungs­rückgang

Zwei demo­graphische Faktoren tragen zur Staats­verschuldung bei: Der Rückgang der Bevölkerung und die Zunahme der Lebens­erwartung.

Allmäh­lich ist es in das öffent­liche Bewusst­sein vorgedrungen: Seit etwa 1970 ist die Geburten­rate zu niedrig, um die Bevölkerungs­zahl konstant zu halten. Rein rechnerisch müsste jedes Paar 2 Kinder bekommen, der Durchschnitt in Deutschland liegt aber bei 1,4. Zugleich steigt die Lebens­erwartung stark an (allein seit 1986 um 2 Jahre). Die Folge: Es gibt prozentual immer mehr Alte und immer weniger Junge. Diese Entwicklung wird solange fort­schreiten, bis die Geburten­rate wieder über 2 liegt. - Für den Staats­haushalt hat dies zwei Folgen:

Die erste betrifft die Pensionäre, also die Beamten im Ruhestand. Denn die Pensionen werden direkt aus den staatlichen Haushalten gezahlt. Immer weniger junge Steuer­zahler müssen immer mehr Pensionäre bezahlen.

Die zweite Folge betrifft die Rentner, also die Arbeiter und Angestellten im Ruhestand. Die Renten werden zwar von der Renten­versicherung gezahlt, und diese zahlt die Renten aus den monatlichen Beiträgen der Arbeit­nehmer und Arbeit­geber ("Generationen­vertrag"). Aber: Jedes Jahr gibt es einen Bundes­zuschuss zur Renten­versicherung. Gegen­wärtig macht er rund 29% der Ausgaben der Renten­versicherung aus (Quelle 9). Da immer weniger Beitrags­zahler immer mehr Rentnern gegen­überstehen, muss dieser Zuschuss enorm erhöht werden. Allein zwischen 2002 und 2009 stieg der Zuschuss von 49 auf 79 Mrd. €! Zum Vergleich: Eine Erhöhung der Umsatz­steuer um einen Prozent­punkt erhöht die Steuer­einnahmen um gerade mal 8 Mrd. €!

Es gehört wenig Phantasie zu der Vorher­sage, dass das Renten­eintritts­alter erhöht wird und dass die Pensionen und Renten sinken werden.

Stand: Juli 2009