Geld­scheine von 1923

Stich­worte zur Geschichte der Staats­verschuldung

Die Geschichte der Staats­verschuldung ist über weite Strecken auch eine Geschichte der Inflation. Entweder waren Staats­einnahmen und ‑ausgaben im Gleich­gewicht, dann war die Währung stabil. Oder der Staat machte Schulden, dann verschlech­terte sich auch der Wert der Währung - bis hin zur völligen Entwertung. In allen Ländern und in allen Zeiten ist es immer wieder zu solchen Inflationen gekommen.

Die Edelmetalle Gold und Silber eignen sich gut als Währung, weil sie nur begrenzt vorhanden sind und weil sie nicht rosten. Daher zeichnete sich bis ins 20. Jahrhundert eine gute Währung durch ihre Bindung an diese beiden Metalle aus: Im Mittelalter enthielten gute Münzen diese Metalle, in der Neuzeit garantierte der Staat jeder­zeitigen Umtausch der Währung gegen insbeson­dere Gold ("Gold­deckung").

Der Zusammen­hang von Staats­verschuldung und Inflation beruht auf einer Doppelrolle des Fürsten, später des Staates. Einerseits ist er Schuldner, anderer­seits hat er die Währung in der Hand: Er betreibt die Münz­anstalt, später die Noten­bank. Da lag es immer nahe, die eigenen Schulden durch Ausgabe von neuem Geld zu bezahlen. Im Mittelalter wurden minder­wertige Metalle den Münzen beigemischt ("Münz­verschlech­terung"), in der Neuzeit mehr Bank­noten gedruckt.

Es gibt ein ausgezeichnetes Buch zur sich wiederholenden Geschichte der Staatsbankrotte und Bankkrisen: Reinhart und Rogoff: Dieses Mal ist alles anders. Acht Jahrhunderte Finanzkrisen. Eine Zusammenfassung steht hier.

Beispiele von Staats­verschuldung seit dem 13. Jahrhundert

Stand: August 2009