Harter Euro - weicher Euro

Bei Einführung des Euro wollten die Regierungen sicher­stellen, dass die neue Währung "hart" wird. Eine harte Währung hat im Verhältnis zu anderen Währungen einen gleich bleibenden oder steigenden Wechsel­kurs (Beispiel: Schweizer Franken). Eine weiche Währung (die frühere italienische Lira) hat einen sinkenden Wechsel­kurs. Eine der negativen Folgen einer weichen Währung: Für Ausländer lohnt es sich nicht, dem Staat mit der weichen Währung Geld zu leihen: Sie erhalten am Ende weniger zurück, als sie verliehen haben.

Eine Währung wird weich durch Inflation und mangelnde Haushalts­disziplin.

Inflation tritt auf, wenn die umlaufende Geld­menge (Münzen, Scheine, Bank­guthaben) größer ist als die Menge der Güter und Dienst­leistungen, die man dafür kaufen kann. Um Inflation zu verhindern, wurde die Europä­ische Zentral­bank (Frankfurt) geschaffen, die unabhängig von den Wünschen der Regierungen die Geld­menge steuern soll.

Mangelnde Haushalts­disziplin liegt vor, wenn die Staaten über Jahre hinweg mehr ausgeben als sie einnehmen. Die europäische Länder haben alle in Jahrzehnten riesige Schuldenberge angehäuft. Bei noch höherer Verschuldung droht die Gefahr, dass die Gläubiger (insbeson­dere Banken) das Vertrauen verlieren, ihr Geld in voller Höhe zurück­zuerhalten. Sie investieren lieber in andere Währungen. Angebot und Nachfrage bestimmen den Wechsel­kurs. Wegen verringerter Nachfrage sinkt daher in einer solchen Lage der Euro-Wechsel­kurs. Die Währung wird weich.

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Stand: Oktobrer 2006