Ausland: Europa

Jedes Jahr im April veröffent­licht die Euro­päische Union Daten zur Ver­schuldung der Mitglied­staaten. Nach den Maastricht-Kriterien für die EURO-Währungs­union darf die Gesamt­verschuldung 60% des BIP nicht über­steigen. - Dies sind die Schulden­stände für den 31.12.2015, jeweils in Prozent zum Brutto­inlands­produkt: (Quelle 38)

€-Zone gesamt 90,7% Im Jahre 2015 ist die Staats­verschuldung in Europa zum ersten Mal seit 2010 leicht gesunken. Die Euro-Währungs­union hat sich seit den drama­tischen Ereig­nissen vom 09.05.2010 faktisch zu einer Haftungs­gemein­schaft entwickelt, daher ist heute die Entwick­lung in der Euro-Zone für Deutsch­land wichtiger als die Verschul­dung in Deutsch­land selbst.

In den Ländern mit sehr hohen Schulden sind sie 2015 konstant geblieben. Entgegen der Entwicklung in den meisten Euro-Ländern hat Deutschland die Schulden­quote deutlich verringert (von 75 auf 71%).

Die Staats­schulden in Italien sind mit ca. 2.172 Mrd. € erstmalig höher als in Deutsch­land (2.153 Mrd. €), doch ist die Wirt­schafts­kraft des Landes nur etwa halb so groß. Ohne die Kredite der Euro­päischen Zentral­bank (EZB) wäre Italien zahlungs­unfähig.

Wirklich extrem ist die Entwick­lung in Spanien: Die Schulden­quote stieg seit der Finanz­krise von 54 auf 99%.

In Griechenland, Portugal und Irland sind die Schulden­quoten noch höher, es sind aber vergleichs­weise kleine Länder.



Belgien 106,0%
Bulgarien 26,7%
Tschechien 41,1%
Dänemark 40,2%
Deutschland 71,2%
Estland 9,7%
Irland 93,8%
Griechenland 176,9%
Spanien 99,2%
Frankreich 95,8%
Kroatien 86,7%
Italien 132,7%
Zypern 108,9%
Lettland 36,4%
Litauen 42,7%
Luxemburg 21,4%
Ungarn 75,3%
Malta 63,9%
Nieder­lande 65,1%
Österreich 86,2%
Polen 51,3%
Portugal 129,0%
Rumänien 38,4%
Slowenien 83,2%
Slowakei 52,9%
Finnland 63,1%
Schweden 43,4%
Groß­britannien 89,2%

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Stand: April 2016