Finanz­krise in Griechenland

Aus einem Bericht der Europä­ischen Kommission ergibt sich, dass die griechische Regierung für 2009 mit einem Defizit von 12,5% des Brutto­inlandsprodukts rechnet. Damit würde die Gesamt­verschuldung eine Höhe von ca. 110% des BIP erreichen. Einigermaßen verlässliche Zahlen werden erst Ende März 2010 von Eurostat veröffentlicht. Weiter stellt der Bericht detailliert dar, dass Griechenland seit Jahren zu niedrige Verschuldungs­zahlen gemeldet hat (Quelle 20).

Im Januar wurde eine neue griechische Staats­anleihe aufgelegt, die mit 6% verzinst wird. Das sind fast 4% mehr als für eine entsprechende deutsche Anleihe.

In Griechenland ist der Euro Staats­währung. Am 11.02.2010 hat ein Treffen der Finanz­minister der Europä­ischen Union statt­gefunden, auf der die griechische Finanz­krise erörtert wurde. Es wird befürchtet, dass der Wechsel­kurs des Euro wesentlich fällt, wenn der griechische Staat zahlungs­unfähig werden sollte.

Die griechische Regierung hat fühlbare Kürzungen der Staats­ausgaben und Erhöhungen der Staats­einnahmen angekündigt. Hiergegen gibt es erste Proteste der Bevölkerung.

Am Beispiel Griechenlands lässt sich erkennen, was auf Deutschland zukommt, wenn der Anstieg der Schulden nicht begrenzt wird.

Zunächst sind es nur Folgen auf den Finanz­märkten. Die Rating­agenturen stufen die Kredit­würdig­keit ("Bonität") des griechischen Staats herab. Die Gläubiger werden unsicher, ob das Land seine Schulden pünktlich und vollständig zurück­zahlen kann und ob alle Zinsen rechtzeitig und in voller Höhe gezahlt werden. Sie geben Griechenland Darlehen nur noch gegen einen höheren Zins­satz.

Jetzt aber werden auch Folgen für die Bevölkerung sichtbar. Staat­liche Gehälter und Renten sollen gekürzt, Steuern erhöht werden. Reparaturen und Ausbau von Infra­struktur wie Straßen und Kanalisation müssen aufge­schoben werden.

Es kann jetzt ein Teufels­kreis in Gang kommen aus staatlicher Finanznot, Streiks, sinkenden Steuer­einnahmen, erhöhter staatlicher Finanznot usw. Der einzige Lichtblick besteht darin, dass Griechenland einer der kleineren EU-Staaten ist, so dass Hilfe von den anderen Mitglieds­ländern noch möglich erscheint.

Stand: Februar 2010