Hamburger Hafen
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Hamburg stellt um auf Bilanzierung

Am 15.08.2006 hat Hamburg als erstes Bundes­land eine Bilanz vorgelegt. Es handelt sich um die Eröffnungs­bilanz zum 01.01.2006. Eine erste Gewinn- und Verlust­rechnung, nämlich die für das Jahr 2006, soll ein Jahr später folgen.

Hinter­grund ist der Übergang von der kamera­listischen zur doppelten Buch­führung (= von der "Kameralistik" zur "Doppik"). Die kamera­listische Buch­führung wird ausschließ­lich und noch ganz vorherrschend in der öffent­lichen Verwaltung eingesetzt. Die doppelte Buch­führung (= kauf­männische Buch­führung) ist gesetzlich vorgeschrieben für alle privaten Wirtschafts­unternehmen.

Es gibt enorme Unterschiede zwischen den beiden Verfahren. Die wichtigsten:

Die Umstellung auf die doppelte Buch­führung ist seit Jahrzehnten über­fällig. Es ist grotesk, dass etwa der Bund die Einnahme aus dem Verkauf von Telekom-Anteilen als Einnahme verbucht, ohne den Verlust dieser Anteile im Vermögen zu erfassen. Und die wirtschaft­liche Steuerung etwa der Schulen, Kinder­gärten und des Straßen­netzes ist nur dann möglich, wenn auch der Wert­verzehr durch Abnutzung und Alterung ("Abschreibung") erfasst und berück­sichtigt wird.

Die Liste dieser Beispiele ließe sich beliebig fortführen. Die Kameralistik taugt für eine Imbissbude, aber nicht für wirtschaft­liche Einheiten, die Milliarden bewegen. Das Rechnungs­wesen der Behörden hinkt ca. 100 Jahre hinter dem der Unternehmen hinterher!


Stand: August 2006